Mehrsprachiger Gedichtewettbewerb 2019

Mehrsprachig ist man, wenn man z.B. zu Hause Platt spricht und in der Schule Hochdeutsch. Oder wenn man mit einem oder beiden Elternteilen Albanisch, Kurdisch, Russisch, Polnisch, Arabisch… spricht.

Sehr viele Schülerinnen und Schüler im Kreis Euskirchen sind mehrsprachig.

10 Herkunftsprachen werden im Kreis Euskirchen bereits als HSU (= Herkunftssprachlicher Unterricht) angeboten, um  diese Kompetenzen zu erhalten und auszubauen. Die HSU-Lehrkräfte sind diesbezüglich Vorbilder und schlagen Brücken zwischen dem Deutschen und der jeweiligen Herkunftssprache. Interessanterweise vertiefen sich durch den HSU auch die Kenntnisse im Deutschen.  Aktuell werden unterrichtet: Albanisch, Arabisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Am Donnerstag, 10. Oktober, fand in unserer Mensa die Siegerehrung zum ersten „Mehrsprachigen Gedichtewettbewerb“ statt.

Die Idee zu diesem besonderen Wettbewerb stammt ursprünglich vom Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration in Köln. An diesem „Mehrsprachigen Gedichte-Wettbewerb“, zu dem das Kommunale Bildungs- und Integrationszentrum aufgerufen hatte, konnten sich alle Lehrkräfte des Herkunftssprachlichen Unterrichts im Kreis Euskirchen und Düren beteiligen.Ziel der Aktion war, die natürliche Mehrsprachigkeit im Kreis Euskirchen hörbarer und sichtbarer zu machen. Insgesamt wurden 47 Gedichte auf Albanisch, Italienisch, Spanisch und Russisch eingereicht.

Die 16 ausgewählten Gewinner*innen erhielten im Anschluss einen Workshop zur Vorbereitung zu der Abschluss-Präsentation in der Logopädie-Praxis Fischer-Wittenburg in Euskirchen. Aus unserer Schule gewann Vera Bytyqi, sie besucht seit einem Jahr den HSU.

Bei der Siegerehrung trugen 11 Autor*innen zwischen 10 und 14 Jahren ihre prämierten Gedichte  in ihrer Familiensprache vor. Die Übersetzung auf Deutsch wurde parallel im Hintergrund eingeblendet. Herr Müller begrüßte das Publikum persönlich auf Albanisch, Spanisch, Italienisch und Russisch.

Der Islam-Wissenschaftler und Realschullehrer Aziz Fooladvand führte als Moderator durch das Programm und kam mit den Kindern und Jugendlichen über die Inhalte ihrer Gedichte und über die Herkunftsländer (der Eltern) ins Gespräch. Dabei haben ihn die Gedichte an sein eigenes Leben zwischen dem Iran und Deutschland erinnert. Ganz besonders hat ihn das Gedicht  „Shkolla – Schule“ auf Albanisch berührt. Darin preist die Schülerin Erblina Krasniqi die Schule mit den Worten „…Du wirst immer unser Schlüssel zur Zukunft sein.“

Die Veranstaltung wurde vom Albanisch-Lehrer Emin Tahiri musikalisch begleitet. Zur Erinnerung an den Anschlag in Halle an der Saale hatte er am Anfang ein jüdisches Lied gespielt. Danach folgten Lieder aus Italien, Russland, Albanien, dem Kosovo und Spanien.

Am Ende sangen alle zusammen das Lied „Wir werden immer größer“. Der mehrsprachige Gedichte-Wettbewerb wird auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. Julia Gennet, Pädagogische MitarbeiterinKommunales Integrationszentrum Kreis Euskirchen

Jutta Schäfer